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Besser gemeinsam: Britische und deutsche Hochschulen präsentieren herausragende Kooperationsprojekte

Rund 300 Gäste aus 20 Ländern kamen zur Präsentation der deutsch-britischen Hochschulprojekte in die Britische Botschaft nach Berlin. Foto: Buddy Bartelsen

Was für ein Erfolg für die deutsch-britischen Hochschulbeziehungen: Gestern Abend wurden innovative Gemeinschaftsprojekte in der Britischen Botschaft in Berlin präsentiert, die trotz akuter Brexit-Diskussionen die Hochschulzusammenarbeit zwischen dem Vereinigten Königreich und Deutschland fördern und weiter voran bringen sollen. Rund 300 internationale Gäste aus mehr als 20 Ländern kamen zur Präsentation in die Britische Botschaft in Berlin. „Das ist ein deutliches Signal an die Politik. Wir wollen auch in Zukunft die internationale Beziehungen ausbauen und ein Zeichen gegen den zunehmenden Nationalismus setzen“, sagt Dr. Martin Bickl,Vorsitzender der Deutschen Assoziation für internationalen Bildungsaustausch (DAIA).   

Zusammen mit der britischen Partnerorganisation BUILA, der British Universities International Liaison Association, hat die DAIA im Frühjahr Hochschulen in Deutschland und Großbritannien dazu aufgerufen, wegweisende Arbeiten vorzustellen. Vor allem in den Bereichen Nachhaltigkeit, Erneuerbare Energien, Künstliche Intelligenz, Digitalisierung, Cybersicherheit, IT in der Gesundheitsforschung und E-Health.

Die Organisatoren des deutsch-britischen Wissenschaftspräsentation (v.l.): Philippa Collins Robson (BUILA), Frances Wood (Regional Director UK Science & Innovation Network in Germany), Charlene Allen (1. Vorsitzende BUILA), Dame Janet Beer (Vizekanzlerin der University of Liverpool und Präsidentin der Universities UK), Martin Bickl (1. Vorsitzender DAIA) und Torben Brinkema (2. Vorsitzender DAIA). Foto: Buddy Bartelsen

„Es wurden wirklich hervorragende Hochschulprojekte und Forschungsarbeiten eingereicht. Die Menschen hinter diesen Projekten setzten alle auf den europäischen Zusammenhalt. Dies ist ein Signal dafür, dass die fruchtbare deutsch-britische Zusammenarbeit in Forschung und Lehre weitergeht, egal ob der Brexit kommt und wie er aussieht“, sagt Bickl. Im Rahmen der in Berlin stattfindenden Going Global Conference des British Council wurden in der Britischen Botschaft elf herausragende Projekte vorgestellt. „In Wirklichkeit passiert in der gemeinsamen Bildungsarbeit beider Länder noch viel mehr, was zu zeigen wäre.“

Starkes Signal: Bahnbrechende Kooperationen sollen fortgesetzt werden

Die deutschen und britischen Universitäten haben sich zu diesem Gemeinschaftsevent zusammengeschlossen, um ein starkes Signal zu senden. Unterstützt wird die Veranstaltung vom British Council und Universities UK International.

Ehrengast Dame Janet Beer lässt ihre Hirnströme messen. Sie ist Trägerin des Ritter-Ordens des Britischen Empires, Vizekanzlerin der University of Liverpool und Präsidentin der Universities UK. Foto: Buddy Bartelsen

„Unabhängig von den Ergebnissen des Brexit-Prozesses sind die Universitäten in Großbritannien entschlossen, ihre tief verwurzelten und oft bahnbrechenden akademischen Kooperationen mit deutschen und europäischen akademischen Institutionen und Unternehmen fortzusetzen. Kollaborative Forschung und Lehre sind eine Schlüsselkomponente für den Erfolg der britischen Hochschulbildung und somit etwas, für dessen Schutz und Pflege wir hart arbeiten müssen“, sagt Dame Janet Beer, Trägerin des Ritter-Ordens des Britischen Empires, Vizekanzlerin der University of Liverpool und Präsidentin der Universities UK.

Erfolgreiche Partnerschaft: Seit 2014 rund 11.745 gemeinsame Projekte zwischen Deutschland und Großbritannien

In Bezug auf die wissenschaftliche, kreative und kulturelle Zusammenarbeit sind Großbritannien und Deutschland jeweils der zweitwichtigste Partner des anderen. Die Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen ist ein wesentlicher Bestandteil einer erfolgreichen Partnerschaft in beiden Ländern.

Hier testet der Bundestagsabgeordnete Karamba Diaby (SPD) neue 3D-Hologramm-Technik. Foto: Buddy Bartelsen

Die gemeinsame Präsentation in der Britischen Botschaft zeigt Beispiele für die Zusammenarbeit von Lehre und Forschung zwischen zahlreichen akademischen Institutionen und Unternehmen. Dazu zählen beispielsweise:

In der Gesundheitsforschung:

Die Universität Aberdeen arbeitet mit 32 privaten und öffentlichen Akteuren der Prostatakrebsforschung und klinischen Versorgung aus 9 Ländern zusammen, darunter die Technische Universität Dresden, das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und das deutsche Unternehmen Bayer. Das Projekt mit dem Namen PIONEER ist das europäische Exzellenznetzwerk für Big Data bei Prostatakrebs und wird bestehende „Big Data“ aus hochwertigen und multidisziplinären Datenquellen von Prostatakrebs-Patienten in eine einzige innovative Datenplattform standardisieren und integrieren.

In wissenschaftlichen Durchbrüchen:

Die Universität Bristol hat sich mit der Max-Planck-Gesellschaft, Deutschlands führendem wissenschaftlichen Institut, zusammengeschlossen. Ihre Zusammenarbeit umfasst die Erforschung der Minimalbiologie, einem neuen, aufkommenden Gebiet an der Schnittstelle zwischen Physik und Biowissenschaften. Ziel ist es, künstliche Zellen, Minimalgenome, virusähnliche Nanogeräte und neue Zellgerüste zu entwerfen und zu bauen. So sollen die Grundlagen des Lebens und seine Entstehung aus nicht lebender Materie besser verstanden werden.

In der Lehrerausbildung:

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz leitet eine schottische Initiative zur Unterstützung der Internalisierung der Lehrerbildung. Die Partnerschaft beinhaltet einen Austausch von angehenden Lehrern, wobei deutsche Auszubildende den Deutschunterricht an schottischen Grund- und Sekundarschulen unterstützen, während schottische Auszubildende ein Studien- und Lehrprogramm in Mainz absolvieren.

In der Designinnovation:

Die University of Liverpool hat in Zusammenarbeit mit niederländischen Industriedesign-Studenten eine TukTuk-Ambulanz entwickelt. TukTuks sind die am meisten verbreitesten Fahrzeug in der Dritten Welt. Das Projekt entwarf, entwickelte und prototypisierte einen Prozess zur Umwandlung eines TukTuk in einen rudimentären Krankenwagen – ein Prozess, der von jedem Kfz-Mechaniker mit gängigen Werkzeugen und Materialien durchgeführt werden kann. Die Studenten haben das Unternehmen TukAid gegründet, um die Technologie auf den Markt zu bringen.

In der Kompetenzentwicklung:

Die Strategie für die Qualifikation in der Additiven Fertigung, also 3D-Druck, soll den aktuellen und zukünftigen Qualifikationsbedarf der industriellen Additiven Fertigung durch die Schaffung einer sektoralen Methodik und eines Observatoriums decken. So soll die Umsetzung eines europäischen Qualifizierungssystems für Additive Fertigung unterstützt werden. Die Strategie, die aus dem Erasmus+-Programm der EU finanziert wird, umfasst insgesamt 16 Partner aus ganz Europa, darunter Industrievertreter, Berufsbildungseinrichtungen und Hochschulen, darunter zwei führende Anbieter, die Brunel University und LZH Laser Akademie mit Sitz in Hannover.

„Die Bedeutung der Kooperationsforschung zwischen Deutschland und Großbritannien ist nicht zu unterschätzen. Seit 2014 wurden rund 11.745 gemeinsame Projekte zwischen Deutschland und Großbritannien durchgeführt und über 72.000 Forschungspublikationen gemeinsam von deutschen und britischen Wissenschaftlern erstellt, viele davon mit Unterstützung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Es ist von entscheidender Bedeutung, dass diese Forschungsverbindungen erhalten bleiben“, sagt Christian Müller, stellvertretender Generalsekretär des DAAD

Geförderte Beziehungen sind Schlüsselrolle für Wissenschaft und Wirtschaft

Die Ausstellung in der Britischen Botschaft zeigt damit auch, wie Universitäten und Hochschulen im Vereinigten Königreich sowie in Deutschland mit anderen europäischen Partnern zusammenarbeiten, um Wissen zu entwickeln und Innovation zu fördern. Beides ist notwendig, um einige der Schlüsselfragen Europas anzugehen.

Sir Sebastian Wood, britischer Botschafter in Deutschland, spricht bei der Begrüßung und Ausstellungseröffnung von wichtigen Partnerschaften – unabhängig vom Brexit-Ausgang. Foto: Buddy Bartelsen

„Die heute Abend gezeigten Projekte veranschaulichen die Bedeutung der bestehenden Partnerschaften zwischen britischer und deutscher Wissenschaft. Und ich bin beeindruckt, dass eine solche Vielfalt von Projekten auf dem neuesten Stand von Wissenschaft, Technologie und Bildung zu sehen ist. Dies ist nur die Spitze des Eisbergs, wenn es um die deutsch-britische Zusammenarbeit geht. Wir sind uns sehr wohl bewusst, dass wissenschaftliche Zusammenarbeit, Forschermobilität und Studentenaustausch von internationaler Zusammenarbeit und grenzüberschreitender Arbeit profitieren“, sagt Sir Sebastian Wood, britischer Botschafter in Deutschland. Der Showcase findet zeitgleich mit der Going Global Conference des British Council statt, wo sich führende Persönlichkeiten der internationalen Bildung treffen, um über die Zukunft der Hochschul- und Weiterbildung zu diskutieren.

 

Über die Deutsche Assoziation für internationalen Bildungsaustausch (DAIA) e.V.

Die Deutsche Assoziation für internationalen Bildungsaustausch (DAIA) ist eine Interessensvertretung und Selbstorganisation von Personen, die sich mit der Internationalisierung im Bildungswesen beschäftigen. Dazu zählen Menschen, die in den Auslandsämtern von Hochschulen und Universitäten in Deutschland tätig sind, aber auch weitere an der Internationalisierung im Hochschulbereich Interessierte und Engagierte wie Wissenschaftler und Mitarbeiter, die auf Fakultätsebene oder anderen zentralen Organisationen mit Studentenaustausch beschäftigt sind. Ziele sind unter anderem eine stärkere Netzwerkbildung, regelmäßige Weiterbildung, Vertretung der professionellen Interessen im internationalen Bildungsaustausch, die Unterstützung eines transparenten Auslandsamtsarbeitsmarktes sowie die weitere Standardisierung des Berufsprofils von Hochschul-Mitarbeitern im Bereich der Internationalisierung. Die DAIA wurde 1999 gegründet.